Berufsbedingtes Asthma

Wenn Sie im Beruf Probleme mit Asthma haben, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. So kann es sein, dass sich durch Ihre Tätigkeiten am Arbeitsplatz ein bereits bestehendes Asthma verschlimmert, oder dass sich die Asthmaerkrankung dort erstmals entwickelt. In letzterem Fall spricht man von berufsbedingtem Asthma.

Tipp: Habe ich möglicherweise berufsbedingtes Asthma?

Um herauszufinden, ob Ihr Asthma durch Ihre Tätigkeit bedingt ist, ist der Vergleich der Beschwerden an Arbeitstagen und Wochenend- bzw. Urlaubstagen hilfreich. Zeigt sich hier eine deutliche Beschwerdezunahme an Arbeitstagen, sollten Sie dies als Warnsignal verstehen und mit Ihrem Betriebsarzt oder behandelnden Arzt darüber sprechen. Die Ärzte werden anschließend beurteilen müssen, ob es sich um ein berufsbedingtes Asthma handelt oder Ihre Asthmaerkrankung nicht berufsbedingt ist.

Was ist berufsbedingtes Asthma?

Bei neun bis fünfzehn Prozent der Fälle von Asthma am Arbeitsplatz sind die Beschwerden teilweise oder vollständig berufsbedingt. Das heißt, die Symptome werden hauptsächlich durch Faktoren ausgelöst, mit denen der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz in Kontakt kommt. Dabei muss die Krankheit nicht mit dem erlernten Beruf zusammenhängen, sondern mit der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit. Voraussetzung für die Anerkennung eines berufsbedingten Asthmas ist, dass Sie am Arbeitsplatz Kontakt zu Stoffen haben, die Asthma auslösen können, und dass Ihr Asthma wahrscheinlich auch dadurch verursacht wird.

Das Risiko für berufsbedingtes Asthma kann je nach Branche schwanken. Am häufigsten ist in Deutschland das Bäckerhandwerk betroffen, aber auch bei Krankenschwestern/Sprechstundenhelfern, Frisören und in einigen weiteren Industriezweigen besteht ein erhöhtes Risiko.

Bei berufsbedingtem Asthma werden zwei Arten unterschieden: Zum einen kann es immunologisch durch allergieauslösende Stoffe hervorgerufen werden (z. B. Mehlstaub bei Bäckern), hier wurden bereits mehr als 250 berufliche Inhalationsstoffe als Allergie-auslösende Substanzen anerkannt. Zum anderen kann es auch durch chemisch-irritativ oder toxisch wirkende Substanzen (z. B. Desinfektionsmittel) hervorgerufen werden. Die Symptome sind dabei gleich.

Berufsbedingtes Asthma tritt meist auf, nachdem man etwa ein bis zwei Jahre dem auslösenden Stoff ausgesetzt war. Kein Wunder also, dass es schon häufig bei jungen Menschen auftritt. Es lohnt sich deshalb für Jugendliche bzw. junge Erwachsene, die zu Allergien neigen, sich bereits vor dem Einstieg in das Berufsleben gezielt darüber zu informieren, welche Berufe mehr und welche weniger für Sie geeignet und eventuell auch ungeeignet sind. Denn was nutzt es, den tollsten Job zu haben, wenn dieser krank macht?
Grundsätzlich sollten Allergiker Berufe mit hoher Staub-, Dampf-, Lösungsmittel- oder thermischer Belastung vermeiden. Eine Auswahl an Berufen, die gut und andere, die weniger gut geeignet sind, finden Sie hier.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie an berufsbedingtem Asthma leiden, sollten Sie dies mit Ihrem Betriebsarzt oder Ihrem behandelnden Arzt besprechen. Er kann Sie beraten, welche weiteren Schritte einzuleiten sind. Erhärtet sich der Verdacht auf berufsbedingtes Asthma, sollte ein Antrag auf Anerkennung des Asthmas als Berufskrankheit gestellt werden. Bei anerkanntem Berufsasthma haben Sie Anspruch auf verschiedene Leistungen.